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08. September 2026 Art news

PALOMA VARGA WEISZ: Projekt Synagoge Stommeln 2026

Für die Stommeler Synagoge hat Paloma Varga Weisz das Atelier ihres Vaters rekonstruiert: einen winzigen Raum im zweiten Stock des Gründerzeithauses seiner Frau in Neustadt an der Weinstraße, hoch oben, dem Alltag entrückt. Hier lebte Feri Varga in seiner eigenen Welt, umgeben von Erinnerungen - hier malte er und schuf seine Werke, Tür an Tür mit dem Kinderzimmer seiner Tochter. Ausführlich erzählte er Paloma von seinem Leben in Ungarn und später in Paris, von wo er 1940 nach Cagnes-sur-Mer flüchtete. Bereits in Paris legte er seine jüdische Herkunft ab und nannte sich fortan nur noch Varga. 1961 folgte er seiner Frau Leonore von Cagnes-sur-Mer nach Neustadt an der Weinstraße. Der Schritt in diese deutsche Provinzstadt bedeutete für ihn einen tiefen Bruch – und als gebürtiger Jude die Rückkehr in ein Land, mit dem er auf traumatische Weise verbunden war. Dieses Schweigen ist zu einem unsichtbaren Erbe geworden. Es hat das Leben und das Werk Paloma Varga Weisz' nachhaltig geprägt.

Paloma Varga Weisz, Beulenmann, 2003, Droege Art Collection

Im ehemaligen Kultraum der Stommeler Synagoge – einem Ort, der gleichermaßen für jüdisches Leben, Verdrängung und Überleben steht – verdichtet sich diese Auseinandersetzung zu einer räumlichen Erinnerung. Feri Varga ist anwesend, schweigend und unnahbar. Der Besucher bleibt vor der Schwelle stehen. Er kann den Raum nicht betreten, so wie Geschichte sich nur vorstellen, niemals aber noch einmal erfahren lässt. Gerade in dieser Distanz entfaltet die Arbeit ihre eigentliche Kraft: Das Vergangene bleibt unerreichbar und ist doch mit aller Gegenwart wirksam.

DIE AUSSTELLUNG IST VOM 08. SEPTEMBER BIS 6. DEZEMBER 2026 ZU SEHEN.

Synagoge Stommeln
Martinus-Haus
Venloer Str. 546
Pulheim-Stommeln

Mehr Informationen: Synagoge Stommeln