Dienstag, 6. September 2022

Der Goldjunge | manager magazin

Oktober 2017 | Auch Milliardäre stehen bisweilen auf Gartenzwerge. Walter Droege besitzt gleich ein gutes halbes Dutzend davon. Gern führt er besucher an den exemplaren vorbei und erwähnt sie wie beiläufig. Ohne den Hinweis hätte man sie gar nicht als Gartenzwerge erkannt. Die Figuren, das Werk eines Freundes, des Düsseldorfer Bildhauers und Gerhard Richter Schülers Thomas Schütte (62), erinnern an bunte Leucht- oder Zwiebeltürme, entfernt auch an Pfefferstreuer. Aber nicht an die deutschen Zipfelmützenträger. Typisch Droege. Der Mann versteht es, Stinknormales so aufzuladen, dass man ins Staunen gerät. Der 64-Jährige macht von außen betrachtet höchst konventionelle Geschäfte. Trotzdem wurde er damit binnen kurzer Zeit steinreich. Droege hatte keine große, umwälzende Idee wie Amazons Jeff bezos oder Facebooks Mark Zuckerberg, die wie er finanziell von null starteten. Und doch hat er nur 30 Jahre gebraucht, um ein Vermögen anzuhäufen, das konservativ auf 4,1 Milliarden euro geschätzt werden muss.

In der Zeit hat er sein Geschäftsmodell mehrfach verändert und stetig verfeinert. Der frühe Droege war ein kleiner Unternehmensberater, spezialisiert auf die besonders schwierigen Fälle. Dann wagte er Neues – und eckte zunächst gehörig an. Mittlerweile ist Droege Deutschlands erfolgreichster Firmenverwerter, ausgestattet mit üppiger Erfahrung und noch mehr Eigenkapital. Was andere nicht haben wollen, nimmt er. Wo Inhaber vor lauter Problemen keinen Ausweg mehr sehen, erkennt der Goldjunge noch den Silberstreif.

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