Mittwoch, 14. Januar 2015

Karin Kneffel - Ausstellung

Fallstudie - Arbeiten auf Papier


Das Käthe Kollwitz Museum Köln präsentiert eine Schau mit etwa 130 Werken der Künstlerin Karin Kneffel. Zu sehen sind Arbeiten auf Papier, denen damit erstmalig eine Ausstellung gewidmet wird. Viele der meist eher kleinen Formate bilden autonome Werkkomplexe, andere wiederum sind Studien für großformatige Bilder. Etwa ein Viertel der Exponate stammt aus dem Atelier der Künstlerin. Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche Leihgaben aus Privatbesitz sowie namhafter Galerien.

Bekannt wurde die Münchner Akademieprofessorin Karin Kneffel in den 1990er Jahren mit Tierporträts, 20 x 20 cm groß. Diese stehen im schönsten selbstbewussten Überbietungsverhältnis zu den zur selben Zeit beginnenden großformatigen Portraitfotografien aus der Düsseldorfer Akademie. Was immer Karin Kneffel sich im Folgenden als Thema vornimmt: die Früchte, die römischen Fresken, vor die sie die zeitgenössischen Bildbetrachter spannt, die Einbeziehung der Mies van der Roheschen Villen in eine Bilderwelt der Spiegelungen und Reflexionen: all das ist ein aufs Genaueste erarbeiteter Teil der Story unseres Lebens, das sie in stupende Bilder verwandelt hat.

Die Bildräume sind komplex, sie sind seit je von der einen Triebkraft durchdrungen: dem Beharren auf der bildnerischen Untersuchung unserer Kultur, sei es durch die Darstellung der sprechenden Gegenstände, sei es durch die kenntnisreiche Erfassung von ganzen Architekturepochen, sei es durch die selbstverständliche Verarbeitung medialer Erfahrungen. Denn Film und Fotografie sind fraglos Bestandteil dieser Malerwelt.

Bei der Vergewisserung "kultureller Modernität" kommt der figürlichen Kunst besondere Bedeutung zu: sie ist einer der entscheidenden Gradmesser. Eine Gemeinschaft, die figürliche Darstellungen zur Reflexion nutzt, belebt ihr Handeln mit symbolischen Inhalten. Dies geschieht in kollektiv verbindlichen Bildern von Karin Kneffel – ausdrucksstark schön, verstörend zugleich und konfliktreich. Sie steckt weitere Felder für die Kunst ab, intensiv und lässig zugleich, denn das Selbstbewusstsein ihrer eigenen neuen Bilddeutungen ist jedem Werk aufs beste ablesbar. 

Die Künstlerin wurde 1957 in Marl geboren, sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und München, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste lehrt. Die Familie Droege verbindet eine enge Freundschaft mit Karin Kneffel und führt einer der umfangreichsten Sammlungen aus über 20 Jahren Schaffenszeit der Künstlerin. 

Videobeitrag WDR Westart: Mit ihrem hyperrealistischen Stil stellt Karin Kneffel unsere Sehgewohnheiten auf die Probe

Ausstellung:

Käthe Kollwitz Museum Köln
16. Januar bis 19. April 2015 
Karin Kneffel - Fallstudien
Arbeiten auf Papier
www.kollwitz.de

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